Alles rund um unsere Anlagen – von der historischen Entwicklung der Müllverbrennungsanlagen bis hin zu heutigen Technologien.
Die beiden baugleichen Verbrennungslinien I und II wurden 1996 in Betrieb genommen, verfügen über eine Kapazität von jeweils 12 t/h und dienen als modernes Müllheizkraftwerk der sauberen Energiegewinnung (Strom und Fernwärme) für die Region.
Die Müllfahrzeuge passieren direkt an der Einfahrt zum Betriebsgelände eine elektronische Waage, auf der sie gewogen werden. Dann fahren die Müllwagen zur Anlieferhalle, wo der Abfall in den Bunker entleert wird. Die Entladehalle sowie der Müllbunker stehen unter leichtem Luftunterdruck, so dass kein Staub und Geruch nach außen dringen kann.
Von der Kranwarte aus steuert der Kranführer den teilautomatischen Kran und fördert so den Abfall mit dem Greifer aus dem Bunker in die Einfülltrichter.
Der Krangreifer transportiert den Abfall in den Einfülltrichter, von wo aus er über eine „sanfte Beschickung" in einem gesteuerten, kontrollierten Vorgang auf den Rückschub-Rost aufgegeben wird. So wird eine schnelle und unkontrollierte Zündung vermieden und die Schadstoffproduktion minimiert.
Bereits am Rostanfang beginnt der Abfall intensiv zu brennen und es entwickelt sich eine Brennschicht mit Temperaturen über 1.000 °C. Der Abfall verbrennt zu einer mineralischen Schlacke ohne organische Bestandteile.
Die durch die Verbrennung entstehenden Gase werden durch Sekundärluft und Rezirkulations-Abgas verwirbelt und in der Flammenspitze bei über 1.000 °C ausgebrannt.
Bei jedem Verbrennungsprozess entsteht Wärme – so auch bei der Müllverbrennung. Die heißen Rauchgase müssen gereinigt und abgekühlt werden, bevor sie in die Umwelt entlassen werden.
Die MVA Ingolstadt verfügt über zwei neue Ofenlinien mit jeweils 12 t/h Durchsatzleistung. Die Abhitzekessel erzeugen Heißdampf mit 40 bar und 400 °C.
Der Spielraum für die Energienutzung beträgt maximal 18 MW elektrisch oder 50 MW thermisch. Bei Nennlastbetrieb werden jährlich ca. 80.000 MWh elektrische und ca. 140.000 MWh thermische Energie abgegeben.
Angeschlossen sind u. a. die Saturn-Arena, Audi (seit 2004), das Freibad Ingolstadt sowie das Theater Ingolstadt. Weitere Projekte wie das Klinikum Ingolstadt sind in Planung.
Im Abgas sind diverse Schadstoffe enthalten, die in einer mehrstufigen Abgasreinigung abgeschieden werden.
Gewebefilter: Scheidet Stäube, Schwermetalle sowie Dioxine und Furane ab. Die Abscheidegrade reichen bis an die Nachweisgrenze heran.
Rauchgaswäscher: Im dreistufigen Gegenstromwäscher werden saure Schadgase HCl, SO₂ und HF sowie Aerosole ausgewaschen. Die SO₂-Abscheidung erfolgt mit Natronlauge.
Rauchgaswiederaufheizung: Die Rauchgase werden in vier Schritten von ca. 65 °C auf ca. 240 °C aufgeheizt.
Katalysator (SCR): Unter Zugabe von Ammoniakwasser bei 260 °C werden Stickoxide rückstandsfrei in Stickstoff und Wasserdampf zerlegt.
Kamin: Über den Kamin (Mündung 80 m Höhe) werden die gereinigten Rauchgase abgegeben.
Das Konzept der Kraft-Wärmekopplung ist die erstrebenswerteste Form der Energienutzung, weil es die umfassendste Nutzung der Wärmeenergie ermöglicht.
Bei der reinen Verstromung kann aus physikalischen Gründen nur ein verhältnismäßig kleiner Teil des Energieinhaltes des Wasserdampfes in Strom umgewandelt werden. Der weitaus größere Teil liegt als latente Verdampfungswärme vor und kann „nur" zu Heizzwecken genutzt werden.
Die erste MVA Ingolstadt vernichtete die Abwärme noch mit Verdampfungskühlern. Wenige Jahre später, beim Bau der dritten Ofenlinie, wurden Abhitzekessel und Turbine installiert – und Fernwärme konnte erstmals ausgekoppelt werden.
Gewebefilter: Scheidet Stäube, Schwermetalle sowie Dioxine und Furane ab.
Rauchgaswäscher: Im dreistufigen Gegenstromwäscher werden saure Schadgase HCl, SO₂ und HF sowie Aerosole ausgewaschen.
Rauchgaswiederaufheizung: Die Rauchgase werden in vier Schritten von ca. 65 °C auf ca. 240 °C aufgeheizt.
Katalysator (SCR): Unter Zugabe von Ammoniakwasser bei 260 °C werden Stickoxide in Stickstoff und Wasserdampf zerlegt. Dioxine/Furane werden oxidativ zerstört.
Saugzug: Das große Gebläse fördert die Rauchgase durch alle Reinigungsstufen bis zum Kamin.
Kamin: Über den Kamin (80 m Höhe) werden die gereinigten Rauchgase abgegeben.
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Die Müllfahrzeuge passieren direkt an der Einfahrt zum Betriebsgelände eine elektronische Waage, auf der sie gewogen werden. Dabei wird neben der Menge auch die Art und Herkunft der Abfälle registriert.
Im Anlieferbereich angekommen, wird der Abfall über die Anlieferhallen in die jeweiligen Bunkerbereiche gekippt.
Der Gewerbemüllbunker und die Gewerbemüll-Anlieferhalle stehen unter leichtem Unterdruck, so dass kein Staub und Geruch nach außen dringen kann und somit auch keine Belästigung für die Bevölkerung entsteht.
Der Gewerbemüllbunker hat ein Fassungsvermögen von etwa 1.000 t.
Der Müllbunker und die Anlieferhalle stehen wie der Gewerbemüllbunker unter leichtem Unterdruck. Wie auch beim Gewerbemüllbunker sollen hier Geruchsemissionen vermieden werden.
Der Müllbunker hat ein Fassungsvermögen von etwa 5.000 t Müll. Mit dieser Menge ist ein Betrieb aller drei Verbrennungslinien von ca. sieben Tagen (700 t Müll/Tag) möglich. Feiertage und Wochenenden ohne Anlieferung können so problemlos überbrückt werden.
Für die Anfahr- und Abfahrbetriebsphase werden erdgasbetriebene Stützbrenner verwendet.
Die Stützbrenner stellen sicher, dass die erforderliche Mindesttemperatur von 800 °C im Feuerraum schon vor der Müllaufgabe eingehalten wird und auch während des Abfahrvorganges eine sichere thermische Zerstörung von organischen Schadstoffen gewährleistet werden kann.
Im Dampfkessel wird den heißen Rauchgasen Energie entzogen und zur Verdampfung von Speisewasser verwendet.
Mit diesem Dampf (400 °C, 40 bar) wird von der Turbine und dem Elektrogenerator Energie in Strom und Fernwärme umgewandelt.
Um einen gleichmäßigen stabilen Betrieb sowie eine optimale Trocknung und Vergasung des Brennstoffs zu erreichen, muss die Primärluft erhitzt werden.
Sie wird von ca. 50 °C auf 220 °C in Zone 1 und 2 aufgewärmt.
Mit dem Elektrofilter wird Staub aus dem Rauchgas abgeschieden.
Das Abscheideprinzip beruht auf der elektrischen Aufladung von Staubpartikeln, die anschließend an speziellen Elektroden abgeschieden werden können.
Die entstandene Schlacke fällt vom Rost in einen mit Wasser gefüllten Entschlacker, wo sie abkühlt.
Von diesem wird die Schlacke in Schlackeloren gedrückt, welche Gabelstapler zum Schlackeplatz transportieren und dort ausleeren.
Im dreistufigen Gegenstromwäscher werden vorrangig die sauren Schadgase Chlorwasserstoff, Schwefeldioxid und Fluorwasserstoff sowie Aerosole ausgewaschen bzw. ausgeschieden.
Stufe 1 – Quench: Abscheidung von Quecksilber-Aerosolen.
Stufe 2 – Füllkörperstufe: Unter Zugabe von Natronlauge erfolgt die Schwefeldioxid-Abscheidung.
Stufe 3 – Venturi-Stufe: Restaerosolabscheidung.
Bei Außerbetriebnahmen der Verbrennungslinie oder wenn die erforderlichen Temperaturen noch nicht erreicht sind, werden die Rauchgase an dem Katalysator vorbeigeführt.
Durch verschiedene Wärmetauscher werden die Rauchgase in vier Schritten von ca. 110 °C auf ca. 200 °C aufgeheizt.
Im DeNOx-Katalysator (Selektive Katalytische Reduktion, SCR-Verfahren) werden unter Zugabe von Ammoniakwasser und bei einer Temperatur von 240 °C die Stickoxide reduziert.
Es erfolgt eine Umsetzung in elementaren Stickstoff und Wasserdampf. Nebeneffekt des Katalysators ist die oxidative Spaltung von toxischen organischen Verbindungen.
Der erzeugte Heißdampf (400 °C, 40 bar) wird in der Turbine stufenweise entspannt und in Drehenergie umgewandelt, die den Generator antreibt.
Die maximale Generatorleistung beträgt 6,7 MW.
Über den Kamin (Kaminmündung 80 m Höhe) werden die gereinigten Rauchgase an die Atmosphäre abgegeben.
Die Müllverwertungsanlage Ingolstadt verbindet umweltgerechte Abfallentsorgung mit nachhaltiger Energieerzeugung. Das Video zeigt den gesamten Prozess: von der Anlieferung und thermischen Verwertung des Abfalls über die Erzeugung von Strom und Fernwärme bis hin zur mehrstufigen Rauchgasreinigung.
Die erste Abfallverbrennungsanlage wurde bereits 1876 in England in einem dicht besiedelten Industriegebiet gebaut, eine weitere 1893 in Hamburg nach einer Cholera-Epidemie, bei der unter anderem auch unsachgemäß abgelagerter Abfall als Ursache gesehen wurde. Anfangs stand vor allem die Verbesserung der hygienischen Bedingungen im Vordergrund. Weitere Anlagen folgten in vielen Städten Deutschlands, ebenfalls primär aus hygienischen Gründen. Mit dem wirtschaftlichen und industriellen Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg sowie der Entstehung einer zunehmenden Wegwerfgesellschaft stieg der Bedarf an effizienten Entsorgungslösungen deutlich an.
Die Deponierung unbehandelten Hausmülls erwies sich langfristig als problematisch, da Deponien undicht werden und zu Altlasten für kommende Generationen werden können. Daher setzte sich zunehmend die thermische Verwertung durch. Moderne Müllverbrennungsanlagen entwickelten sich dabei von reinen Verbrennungseinrichtungen zu effizienten Energieerzeugern. Technische Innovationen wie der MARTIN Rückschub-Rost trugen wesentlich zur Weiterentwicklung bei. Nach ersten industriellen Anwendungen wurde das System erfolgreich für Hausmüll adaptiert und international eingesetzt, wodurch zahlreiche Anlagen weltweit entstanden.
Auch in Ingolstadt zeigte sich früh die Notwendigkeit einer leistungsfähigen Abfallentsorgung. Nach der Abschaltung älterer Verbrennungslinien reichte die bestehende Kapazität nicht mehr aus, um die anfallenden Abfallmengen zu bewältigen. Daher wurde der Neubau von zwei modernen Verbrennungslinien beschlossen. Nach erfolgreichem Probebetrieb Mitte der 1990er Jahre wird seither ein breites Spektrum an Abfällen sicher und umweltgerecht thermisch verwertet. Die Anlage erfüllt moderne Umweltstandards und unterschreitet die gesetzlichen Emissionsgrenzwerte deutlich.
Die erste Abfallverbrennungsanlage wurde bereits 1876 in England in einem dicht besiedelten Industriegebiet gebaut, eine weitere 1893 in Hamburg nach einer Cholera-Epidemie, bei der unter anderem auch unsachgemäß abgelagerter Abfall als Ursache gesehen wurde. Anfangs stand vor allem die Verbesserung der hygienischen Bedingungen im Vordergrund. Weitere Anlagen folgten in vielen Städten Deutschlands, ebenfalls primär aus hygienischen Gründen. Mit dem wirtschaftlichen und industriellen Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg sowie der Entstehung einer zunehmenden Wegwerfgesellschaft stieg der Bedarf an effizienten Entsorgungslösungen deutlich an.
Die Deponierung unbehandelten Hausmülls erwies sich langfristig als problematisch, da Deponien undicht werden und zu Altlasten für kommende Generationen werden können. Daher setzte sich zunehmend die thermische Verwertung durch. Moderne Müllverbrennungsanlagen entwickelten sich dabei von reinen Verbrennungseinrichtungen zu effizienten Energieerzeugern. Technische Innovationen wie der MARTIN Rückschub-Rost trugen wesentlich zur Weiterentwicklung bei. Nach ersten industriellen Anwendungen wurde das System erfolgreich für Hausmüll adaptiert und international eingesetzt, wodurch zahlreiche Anlagen weltweit entstanden.
Auch in Ingolstadt zeigte sich früh die Notwendigkeit einer leistungsfähigen Abfallentsorgung. Nach der Abschaltung älterer Verbrennungslinien reichte die bestehende Kapazität nicht mehr aus, um die anfallenden Abfallmengen zu bewältigen. Daher wurde der Neubau von zwei modernen Verbrennungslinien beschlossen. Nach erfolgreichem Probebetrieb Mitte der 1990er Jahre wird seither ein breites Spektrum an Abfällen sicher und umweltgerecht thermisch verwertet. Die Anlage erfüllt moderne Umweltstandards und unterschreitet die gesetzlichen Emissionsgrenzwerte deutlich.
Die erste Abfallverbrennungsanlage entstand bereits 1876 in England. In Deutschland wurde 1893 in Hamburg die erste Anlage in Betrieb genommen, um den wachsenden Abfallmengen und hygienischen Herausforderungen zu begegnen.
Mit zunehmender Bevölkerungsdichte und steigendem Abfallaufkommen erwiesen sich Deponien langfristig als keine nachhaltige Lösung. Die thermische Verwertung reduzierte das Abfallvolumen erheblich und trug gleichzeitig zum Umwelt- und Gesundheitsschutz bei.
Moderne Müllverwertungsanlagen sind weit mehr als reine Verbrennungsanlagen. Sie erzeugen Strom und Wärme, gewinnen Wertstoffe zurück und verfügen über leistungsfähige Abgasreinigungssysteme, die Emissionen deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten halten.
Die MARTIN GmbH entwickelte bereits 1925 den Rückschub-Rost, eine bis heute weltweit bewährte Verbrennungstechnologie. Durch kontinuierliche Weiterentwicklung trägt sie maßgeblich zu einer effizienten und umweltfreundlichen Abfallverwertung bei.
In der Anlage werden Hausmüll, hausmüllähnliche Gewerbeabfälle, Sperrmüll sowie Klärschlamm thermisch verwertet. Dabei entstehen Strom und Wärme, während verwertbare Metalle und mineralische Stoffe zurückgewonnen werden.